5 Tips fürs Schreiben einer Theaterkritik

 

 

  1. Beschreiben – nicht Erzählen

 

Du kannst nicht die ganze Handlung eines Theaterabends nacherzählen. Das sollst du auch nicht.

Du musst auswählen, worüber du schreiben willst. Was du beschreiben willst.

Überlege dir, was dir geblieben bist, was dich interessiert hat. Das könnten die Sachen sein, die deine Leserin auch interessiert. (Du musst der Leserin nicht erzählen, aber es ihr beschreiben)

Weiterlesen

Das Riesenkissen knarzt – Versuch über ein Bühnenbild

Von Alexandra Zysset Es war ein mal ein buntes Riesenkissen in einem goldenen Raum. Es waren einmal Märchengestalten, die das bunte Riesenkissen erklommen, das unter ihren Füssen wie ein alter Holzbalken knarzte… Moment mal. Knarzen? Knirschen Kissen nicht eher, zumindest zur Zeit der Gebrüder Grimm, als sie noch mit Stroh gefüllt waren? Oder hat sich dieses Exemplar über die Jahrhunderte weg verstimmt, wie ein gut bespieltes Instrument? Denn genau das sind die Märchen, die Herbert Fritsch am Schauspielhaus Zürich inszeniert. Sie wurden in Bauernstuben und am Kinderbett erzählt, bei arm und reich, in den Schulen und den Disney-Studios. Den Figuren sieht man dieses lange Leben auch an: Leichenblasse Haut haben sie und blutunterlaufene Augen. Die Perücken sind filzig und zerzaust, wie die einer alten Barbiepuppe. Doch schon an den grellen Kostümen erkennt man, dass diese Wichte nicht totzukriegen sind. Munter krabbeln und wuseln sie nun über das Bühnenbild, das mitunter einer eingefrorenen Hüpfburg gleicht und zeigen uns Fratzen, wie wir sie sonst nur in unseren tollsten Fieberträumen sehen. Es scheint auch, als hätten die Märchen ihre archaische Perversität und die sich jeglicher Logik entziehende Handlung den Träumen entliehen. Demnach werden in der Kuhle, die ein monströser Kopf im Kissen hinterlassen hat (Dornröschen? Gott? Der Regisseur selbst?), auch Frauen verbrannt und Kutscher vernascht. Die heilige Jungfrau Maria weicht dem Kannibalenvater, ungehorsame Kinder werden wiederholt zu Holzscheiten gemacht. Hier wird das Kissen plötzlich zum Kanapee, auf dem das Unterbewusstsein von Generationen Platz genommen hat. Aber Fritsch ist nicht Freud und so findet sich kein Psychoanalytiker weit und breit, der Ordnung schafft.

«Grimmige Märchen» von Herbert Fritsch Spielsaison 16/17 am Schauspielhaus Zürich

Zum Dahinschmelzen: Djadja Wanja

Onkel Wanja fängt an, wie er aufhören möchte in der Inszenierung von Karin Henkel: Wanja (Siggi Schwientek) steht da, im wässrigen Bild mit wässrigen Augen mit dem russischen Wässerchen in der einen und dem Revolver in der anderen Hand. Er zögert, er hält den Lauf an die Schläfe, er zögert, er trinkt, er zögert – und lässt es. Selbstmord ist keine Option, obwohl das Wetter dazu einlädt, sich aufzuhängen, wie er selbst einmal anmerkt – nein, Selbstmord ist keine Option, wenn seine Nichte Sofia (Carolin Conrad) sich zu ihm stellt und ihn zärtlich wegführt.

Weiterlesen

Onkelwahn?! Ja!!!

wanjaeis

  • Es gibt bei The Simpsons diesen Hans Moleman, ein altes, verschrumpeltes Kerlchen mit dicken Brillengläsern. Homer trifft ihn einmal bei einem Treffen der Anonymen Alkoholiker, wo sich Hans zitternd erhebt und sich vorstellt wie folgt: „My name is Hans. Drinking has ruined my life. I’m 31 years old!“
    Daran musste ich denken, als Siggi Schwientek als Onkel Wanja auf der Bühne steht, die Wodka-Flasche in der Hand, und sagt: „Ich bin jetzt siebenundvierzig Jahre alt.“ (Schwientek ist 64, wirkt sogar noch zehn Jahre älter.)
  • Schönstes Bild: Ilja Iljitsch (Alexander Maria Schmidt) hebt Onkel Wanja hoch. Schwientek ist ja ein altes kleines Männchen, Schmidt hingegen ein fülliger Riese.
  • Diese Inszenierung ist so, als würde man Eis beim Schmelzen zuschauen.
  • Ernsthaft: Herzstück von Stéphane Laimés Bühnenbild ist eine Wand aus Eis (genauer gesagt, da steht ein Gerüst, an das einzelne Eisblöcke montiert sind). Das Auge kann zurückwandern zur Wand aus Eis und den Fortschritt des Schmelzvorgangs prüfen, immer dann, wenn das Stück, das sich davor abspielt, etwas dröge wird, was leider ziemlich oft der Fall ist bei dieser Inszenierung von Karin Henkel. (Ihren Amphitryon und sein Doppelgänger fand ich noch toll.)
  • Da ist zum Beispiel die Musik von Alain Croubalian, der auch persönlich mit E-Gitarre auf der Bühne steht, unter den Schauspielern, und öfters mal stille, atmosphärisch beunruhigende Töne anspielt, die dann den eigentlich komischen Dialogen das Leben aussaugen. Zwar handelt das Stück ja davon, wie die Welt der Protagonisten untergeht, aber wenn man dann die Melancholie anstelle der Komik betont, wirds bald einmal wehleidig. Ein bisschen weniger Jammern, etwas mehr Wahn wäre schön gewesen.
  • Apropos Weltuntergang: Darum das mit dem Eis, weil: Schmelzendes Eis –> Klimawandel. Der Arzt (Markus Scheumann) doziert in seiner Freizeit dann auch vom Waldsterben und der abnehmenden Biodiversität.
  • Lernt man hier was, dann jenes: Die Menschen waren immer schon schlecht und haben immer schon am Weltuntergang gewerkelt. Da kann man sich wirklich nur noch in ein frühes Grab saufen.

Hier gehts zur Webseite vom Schauspielhaus
Diese Kritik erschien zuerst beim Kulturmutant

[Aus dem Club] Was ist Theaterkritik?

Der Kritikerclub hat begonnen (die Termine stehen); gleich zu Anfang haben wir es nicht lassen können, die ewige Frage zu stellen, die nie abschliessend beantwortet werden kann.

Was ist Theaterkritik? – Eine Sammlung, ein Gewirr von Stimmen.

– Analyse
– Rückmeldung
– Feedback
– Beschreibung: Was ist das, was läuft – gefällt mir das?
– Ich will Wertung. War das jetzt gut?
– Also Service.
– Immer persönliches Urteil.
– Aber wie leitet sich das her?
– Die Beschreibung vielleicht weniger. Kann ich der Wertung trauen? Der Text muss mich ansprechen. Gute Kritik lässt sich gut lesen. Der Job des Kritikers: Gib mir ein Juwel, ein kleines Werk.
– Auf faszinierende Weise negativ darüber sprechen.
– Schlechte Kritik reizt, es schauen zu gehen.
– Nichts ist amüsanter als ein Verriss. Immer unterhaltsam.
– Jubel wird nicht ernst genommen.
– Ähnelt die Theaterkritik vielleicht einem Reisebericht? Subjektiv erzählt es von fremden Ländern…
– Es geht darum, das Erlebnis rüber zu bringen.
– Theater ist durchaus eine Reise in ein anderes Land…
– Ist Kritik ein negativer Begriff oder nicht?
– Die Kritik auf die Inszenierung münzen…
– Handelt es sich um eine klassische Darstellung oder um eine moderne…
– Frage: Was ist mit dem Publikum? Wo wird denn Kritik veröffentlicht? Und schreibt der Kritiker fürs Publikum?
– Am Anfang steht doch die Frage: Warum hat es mir gefallen?
– Wo ist der Kritiker, wo steht er? Was unterscheidet ihn eigentlich vom Zuschauer?
– Auf gewisse Art sind alle Kritiker…
– Gibt es in dem Sinne überhaupt Zuschauer, also reine Zuschauer ohne Tendenz zur Kritik?
– Wenn alle Kritiker sind, was macht denn eine Kritik aus?
– Vielleicht das Gegenüber. Kritik beschreibt das Publikum.
– Das Bauchgefühl.
– Die realistische Darstellung: Wie war es tatsächlich.
– Eine Mischung aus subjektiv und objektiv…

Die Engagierten Zuschauer

I

Es gehört zu meinen Pflichten,
Schönes zu vernichten als Musikkritiker,
Sollt ich etwas Schönes finden,
Muß ich’s unterbinden als Musikkritiker.
Mich kann auch kein Künstler überlisten,
Da ich ja nicht verstehe, was er tut.“

(Georg Kreisler, Der Musikkritiker)

 

Kreislers Abrechnung mit den Musikkritikern ist selbst eine Kritik. Er drischt zwar auf dem Vorurteil herum, aber es ist ergötzlich. Auch wenn sich die Kritik seit den 60ern gewandelt hat (und vor allem die Kritiker und Kritikerinnen: Es gibt überhaupt mehr von zweiteren und erstere sind nicht mehr so alt und arrogant wie sie früher waren), so lebt das Vorurteil weiter. Es soll jetzt nicht darum gehen, dieses Vorurteil zu bedienen, aber ich möchte es doch als äussersten Punkt nehmen, von dem ich beginne. Es soll darum gehen, wie das Verhältnis zwischen Kritik und Publikum auch beschaffen sein könnte.

Weiterlesen

Pascal Blum hat im Tagesanzeiger einen hübschen Artikel zu Scott’s Buch zur Kritik geschrieben:

http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/kino/die-kritikerpublikumschere/story/28954333

Die Ausführungen sind ergötzlich und obwohl es vom Kino und TV kommt, gilt doch vieles davon auch fürs Theater. Vorallem gibt es wieder mal eine Antwort auf die Frage, „Was soll Kritik?“, die tiefer geht als der klassisch postmoderne Verweis nach einer Orientierungshilfe für Freizeitnutzung:

„Kritik ist der nachgeborene Zwilling der Kunst. Wie diese wirft die Kritik eigene Ideen auf, indem sie die vorhandenen Ideen eines Werks einschätzt und beurteilt. Dadurch wird sie schöpferisch – und damit selbst zu einer Art Kunst.“

„Für A. O. Scott sind Kritiker stets beides zugleich: unverzichtbar und nutzlos. „

„Kritik soll stets der Anfang einer Diskussion sein und nie deren Schliessung.“

 

 

Nächtliche, urbane Traumkompositionen

Ein Besuch des «Nachtstück»s von Barbara Frey und Fritz Hauser

(rh) Was bleibt vom Theater, wenn man ihm alle seine Worte raubt? Sehr viel, wie das Projekt «Nachtstück» von Barbara Frey und Fritz Hauser am Schauspielhaus Zürich zeigt. Dem Publikum wird eine Traumwelt mit ganz eigenen Normen vorgeführt.

Zuerst heisst es Eintreten in den Saal, in die nächtliche Dunkelheit. Schon bald tauchen die ersten Bilder auf. Eine Frau liegt auf dem Bett. Eine andere sitzt unter einer Strassenlampe. Verschiedene kurz beleuchtete, bewegungslose Szenen zitieren die urbane Einsamkeit aus Eduard Hoppers Bildern. Das Licht ist wie in vielen seiner Gemälde warm und gelb, ruft aber keine Geborgenheit hervor. In diesem Licht stehen Personengruppen, die aneinander vorbei schauen.

Weiterlesen

Nachtstück oder Fiebertraum?

Ich muss gestehen, ich war von der Idee eines Stückes ohne Wörter wenig begeistert. Als analytischer Mensch, der auch im Privatleben die Körpersprache als nahezu unverständlich einstuft, den konkreten und artikulierten Sätze mag, konnte ich nur skeptisch gegenüber der Inszenierung von Barbara Frey stehen.

Als ich meinen Platz nahm, hoch und zentral in der Tribune, war ich also voller Vorurteile. Das Bühnenbild war entscheidend simpel, bestehend nur aus einem zweistöckigen Kubus mit einer Art Leinwand vorne und einer Bank mit einem Straßenlicht auf der rechten Seite. Oben, ein kleines Zimmer mit einem einfachen Bett in der Mitte und schräge Wände, die dem Raum mehr Tiefe verleihen.

Es geht los als alle Lichter ausgelöscht werden und – wie in einem Traum – eine sich auf dem Bett ruhende (tote?) Frauengestalt zu sehen ist. In nacheinander folgenden diaartigen Szenen – die durch Trommeln und kurz haltende Dunkelheit getrennt sind – ein Mann erscheint, er hält ihre Hand, eine Trauergruppe umkreist das Bett, alle sind weg. Die Bewegung erfolgt nun ohne gesehen zu werden und die gefrorenen Bilder, die man bekommt, wirken unheimlich und surrealistisch.

Weiterlesen

Stör den Schiffbau!

Über René Pollesch‘ aktuelles Stück Love/No Love, das zurzeit seine letzten Tage im Schiffbau verlebt. Übrigens, den Pollesch, den kennen wir ja noch von Herein! Herein! Ich atme euch ein!

Als würde ein gigantischer Stör im Schiffbau laichen, regnen schwarze Plastikbälle auf die Schauspieler herab. Sie werfen die Bälle und rollen auf dem Bauch über die Bühne — was die Zuschauer im Anschluss an die Vorstellung prompt nachmachen.

René Pollesch ist das Spielkind unter den Regisseuren. Das Publikum zieht er an der Hand auf den Spielplatz, ebenso seine Darsteller. Inga Busch, Nils Kahnwald und Marie Rosa Tietjen stellt er einen Chor aus einundzwanzig jungen Männern gegenüber, die als ein einzelner, mehrzelliger Organismus handeln. Sie alle tragen orange Trainer, auf deren Vorderseite ein silbernes Palmenmuster angebracht ist. Wie grellbunte kleine Guppys rennen sich durch den Raum. Die Souffleuse Rita von Horváth rennt mit.
Überhaupt, der Raum. Polleschs Bühnenbildner Bert Neumann hat den Boden und die Zuschauerränge ebenfalls orange gestrichen. Hinten an der Wand steht in metergrossen (natürlich orangen) Lettern „Dead End“. Ein Wortspiel aus „Sackgasse“, „Tod“ und „Ende“.

Der Chororganismus schleicht sich in eine Wohnung ein und ersetzt die Möbel: Badewanne, Schrank, Hometrainer oder Waschmaschine: Alles aus orangen Guppys gemacht. Damit werfen sie die Wohnungsbewohner in eine existentielle Krise. Tod? Liebe? Individuum? Zufall? Hitchcock? Reden wir darüber, über uns selbst und über dieses Stück, das wir grad spielen –  am besten in einem Höllentempo.

Dazwischen streuen wir Monty-Python-Sketches ein oder spielen die Tanzszene aus „Napoleon Dynamite“ nach.
Ist das noch eine Hommage oder schon ein Plagiat?
Geht hier mit Pollesch der Spieltrieb durch?
Bezahlt das Schauspielhaus für die ganzen Songs, die der Regisseur benützt? (Madonnas „Die Another Day“ kann nicht billig gewesen sein.)

Die Darsteller werfen sich die grossen Themen um die Ohren wie die schwarzen Plastikstöreier. Wir alle sitzen zusammen in der Box, die sich durch die Sommerhitze und das Menschenfleisch erwärmt, als sässen wir in einem riesigen Brutkasten.
Was schlüpft am Ende aus den Eiern? Eine anregende Kopfgeburt? Oder gibts bloss Rührei?

Yvonne: Event Horizon royale (jetzt mit noch mehr Hofdamen)

Gombroviczs Yvonne – das ist die unheimliche Schwester von Becketts Godot: Immer ist sie da, und doch ist sie nie präsent. An ihr mühen sich alle ab und sie dient als Projektionsfläche für die eigenen Unzulänglichkeiten; still sitzt sie bloss da, unbeteiligt.
Dass man nicht nicht kommunizieren könne, wie es Watzlawick behauptete, dem widerspricht das Gedankenexperiment Yvonne. Die fehlende Kommunikation Yvonnes wird interpretiert: Als Bösartigkeit, als Genialität, als Frechheit. Letzten Endes mühen sich alle an ihr ab. Die Stille, die von ihr ausgeht, zermürbt und vernichtet die Konvention. Dass keine Antwort kommt, das wirft den Frager auf sich zurück. So weit die Idee. Der Titel des Stücks gibt die Handlung. Diese Yvonne tritt ins Milieu von skurilen Blaublütern.
Weiterlesen

Was KritikerInnen manchmal denken, aber sich nicht zu schreiben getrauen. Eine Zitatesammlung aus unseren Sitzungen… 😉

„… hat sich darum gewunden, Position zu beziehen.“
„Ich möchte mich am Liebsten vor einer Kritik drücken: Es kommt mir vor, wie mit Kanonen auf Spatzen schiessen.“
„… diesmal sollte es an der Inszenierung selber festgemacht werden: Was will sie, holt sie aber nicht rein?“
„Ihr Zuschauer um mich herum: Warum klatscht ihr?“
„Popcorn im Pfauen.“
„Immerhin gibt es eine Grundspannung und damit einen Reiz zum Schreiben.“
„Wenn ich sowas sehe, habe ich das Bedürfnis, es fertig zu machen. Aber das ist wohl gerade das Gefährliche. Also versuche ich zu packen, was genau gestört hat.“
„Da habe ich das Bedürfnis, mich zu äussern, umso grösser ist dieses wegen des Widerstandes.“
„Ich habe kein Bedürfnis, eine Kritik zu schreiben. Da die Inszenierung keinen Anspruch hat, kann ich sie auch nicht ernst nehmen…“
„Das gibt keinen Stoff her.“
„Die Inszenierung nimmt keine Stellung zu den eigenen Themen…“
„Völliges Fehlen von Konsequenz.“
„Wie geht wohl der Schauspieler damit um, der Arme?“
„Könnte das als Satire gemeint sein?“

Kritik als Kunst: Kerr

Dies ist die Einleitung zu Alfred Kerrs Gesammelten Schriften, die wir anlässlich eines unserer Treffen zur Grundlage einer Diskussion darüber genommen haben, ob und wie Kritik auch Kunst sein kann.

 

Wahlspruch:
Dein Ausdrucksziel: das Knappere.
Der Inhalt: „Aude sapere!“

I.
Ist es Wirklichkeit? Ich sehe zurück auf mein Leben und merke, daß ich ein Kritiker war.
Ich zog aus: festzustellen, was ist; zu greifen, was lockt; zu schaffen, was bleibt.
Vorwärtskommend meine Welt vorwärtszubringen.
Wann war das? Gestern.
Weiterlesen

Störfaktor Yvonne – Ein Kommentar zu „Yvonne, die Burgunderprinzessin“

Yvonne röchelt. Die Gräte der Karausche verkeilen sich in ihrer Speiseröhre, stechen in ihre Luftröhre, tiefer mit jedem Husten. Dumpf knallt ihr Kopf auf den Teller, in das kaum berührte Gericht. Yvonne das Ungeheuer ist erlegt. Die Hofgesellschaft atmet erleichtert auf und gleitet zurück in Haltung. Ruhigere Tage sind in Sicht, so die Erwartung.

Die Bühne erhebt sich über zwei Etagen. Oben das Klavier mit Valentin, der es spielt. Unten der Hof, gekleidet in blaue Tapete mit goldenen, antik anmutenden Ornamenten. 8 Spiegel, 8 goldene Stühle, 4 Überwachungskameras, 2 Sessel und eine Liege zieren den Hof. Alles in allem ausschweifend und pompös, doch auch beengend. Jeder Schritt auf der Bühne wird gespiegelt, es gibt kein Ausweichen in heimliche Ecken, alles ist rund, offen und überwacht.

Weiterlesen