5 Tips fürs Schreiben einer Theaterkritik

 

 

  1. Beschreiben – nicht Erzählen

 

Du kannst nicht die ganze Handlung eines Theaterabends nacherzählen. Das sollst du auch nicht.

Du musst auswählen, worüber du schreiben willst. Was du beschreiben willst.

Überlege dir, was dir geblieben bist, was dich interessiert hat. Das könnten die Sachen sein, die deine Leserin auch interessiert. (Du musst der Leserin nicht erzählen, aber es ihr beschreiben)

 

  1. Immer Beispiele benutzen

 

Eine Inszenierung kann schön sein, spannend sein; aufregend, anstrengend, langweilig etc. – wir wollen aber nicht schreiben, ob es uns gefällt oder nicht, sondern was die Inszenierung macht. Was auf der Bühne geschieht.

Wenn du deinen Eindruck wieder geben willst, dann nimm z.B. eine Szene, die dir gefallen hat, oder die dich verwirrt hat: Beschreib, was dort passiert ist. Wenn du ein Beispiel gibst, weiss der Leser, wie du auf deine Gedanken kommst.

Eine Meinung zu haben ist nichts Spezielles. Sagen zu können, wie man zu dieser Meinung kommt, das hingegen interessiert. (Merksatz: Meinungen sind wie Arschlöcher: Jeder hat eines und alle sind verschissen)

 

  1. Verben benutzen – und weniger Adjektive

 

Theater ist lebendig, immer passiert etwas. Wie im Leben. Nie bleibt es still stehen.

Wenn du Verben benutzst, stellt sich die Leserin eine Handlung vor. Dann stellt sie sich vor, wie etwas passiert. Er sieht es vor seinen eigenen Augen.

Wenn du Adjektive benutzst, erfährt der Leser, wie es bei dir angekommen ist. Was du darüber denkst. Er erfährt deine Gedanken – aber nicht, was du gesehen hast.

„Die Schauspielerin hat in der traurigen Szene schön gespielt“ – „Sie sitzt da, sagt kein Wort. Sie trauret. Und dann: lächelt sie uns an“

Wie beim Beispiele geben: Gib der Leserin was, das ihre Phantasie anregt.

 

 

  1. Kreativ sein

 

Es ist dein Text, deine Sprache – und nicht der Text von deinem Deutschlehrer. Du darfst mit der Sprache machen, was dir gefällt. Die Sätze darfst du verbiegen… (schau aber, dass sie nicht brechen) Gib den Sätzen den Rhyhtmus, den du möchtest.

Du darfst schreiben, wie du sprichst. Direkt. Oderohnepunktundkomma.

Wörter darfst du erschaffen — mit Komma Punkt und Strich spielen.

Sprache ist halt so, manchmal ist sie &ç!@#&!

 

 

  1. In der Kürze liegt die Würze, und: Beim Durchlesen grosszügig streichen

 

Lieber zwei kurze Sätze als einen langen. Der durchschnittliche Leser hat eine Konzentration, die nach ca 15 Wörtern aufhört. Wenn ein Satz zu lange geht – verliert er das Interesse.

Vermeide Relativsätze, die einen Nebensatz aufmachen, der wieder einen neuen aufmacht, weil ein Komma nötig ist, welches den Fluss des Satzes ins Stocken bringt. (Lieber zwei kurze als einen langen)

Wiederholungen vermeiden, ausser du willst es betonen (es betonen!)

Streichen. Streichen.

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