Ich bin Amphitryon!

amphitryon_D

Link zum Stück.

13 Kommentare

  1. Es wurde moniert, allenthalben, bestimmte Arten der Reflexion über Inszenierungen seien nur dann verständlich und sinnvoll, wenn die Inszenierung bei den Lesenden/Schauenden bereits bekannt ist. – Ist also davon auszugehen, dass eine zeichnerische Umsetzung dieser Reflexion, auch wenn der Kern der Inszenierung erfasst worden ist, letztlich zur Karikatur wird?

  2. Zu einer Karikatur der Inszenierung? Würde da nicht der Begriff „Parodie“ besser passen? Siehst du eine Karikatur als etwas Mangelhaftes an?
    Ist denn nicht die zeichnerische Umsetzung an sich die Reflexion?
    Und gilt es eigentlich immer noch als unhöflich, Fragen mit Gegenfragen zu beantworten?

    • Zugegebenermassen gilt diese Tage nichts mehr. Insofern: In meinem Geschäftsbereich ist das Aufwerfen von Fragen sogar äusserst gern gesehen. Bisweilen wird sogar damit kokettiert, dass im Grunde jede Antwort nur die Fragen multipliziert.

      Die Karikatur sehe ich nicht als mangelhaft, obwohl ihre eine gewisser Tendenz zum Märtyrertum innewohnt. Das könnte dann, da der Verlust des Lebens droht, durchaus als Mangel betrachtet werden.

      Nur wurde die Kritik (sic!) geäussert, eine Kritik habe gefälligst eine Kritik zu sein – was ich natürlich im Allgemeinen auch so sehe. Als Hintegrundfolie für meine Frage empfehle ich also mein auf eben demselbigen Blog platziertes Schriftstück zur Yvonne.

  3. Eine Karikatur oder Parodie kann ja auch Kritik sein. Ich behaupte sogar, eine Karikodie kann gar nicht anders, als ihr Objekt kritisch zu betrachten – aber sie bringt die Kritik auf den Punkt.
    Frei nach Alfred Kerr: Frey braucht zwei Stunden, Kedves tausend Zeichen, ich nur sechs Bilder.
    Wer brichts auf ein einzelnes Bilder herunter?

  4. Verflucht, ich hab „Amphitryon und sein Doppelgänger“ mit „Yvonne, die Burgunderprinzessin“ durcheinandergebracht. Ich meine Henkel, nicht Frey. Ach!

    Du schreibst in deinem „Yvonne“-Text, im Stück gehe es wie immer auch um das Theater im Theater. Geht’s im „Amphitryon“ ja ebenfalls. So haben Henkel/Frey und Kedves dasselbe Thema. Die Regisseurin ist in ihrer Inszenierung Kritikerin ihrer eigenen Inszenierung. Nun setzt die Kritikerin eins drauf. Wo Henkel/Frey kritisch sind, ist Kedves doppelkritisch.
    Oder besser gesagt: Gegenüber der Regisseurin ist die Kritikerin immer kritisch+1.

  5. Nun gut, der Stückeschreiber wiederum ist ja auch Kritiker der Vorlage oder des Themas, über die/das er schreibt.

    Ausgehend davon komme ich auf deinen ersten Kommentar zurück:
    Kann man eine Kritik über Henkels Inszenierung verstehen, ohne die Inszenierung gesehen zu haben? Kann man die Inszenierung verstehen, ohne Kleists Stück gelesen zu haben? Kann man Kleists Stück verstehen, ohne Molières Fassung gelesen zu haben? Kann man Molières Fassung verstehen, ohne Plautus‘ Version gelesen zu haben? Kann man Plautus‘ Version verstehen, ohne die griechische Mythologie zu kennen?

    Und wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Reflexion und Kritik? Ist eine Kritik einfach eine kritische Reflexion?

    • Kritik, Kritik – ach, Kritik. Reflexion scheint mir eindeutig. Sie ist einfach ein Spiegel. Schau dir dasselbe noch einmal an, einfach mit ein wenig mehr Distanz, mittelbar nicht unmittelbar. – Kritik hingegen scheint mir undeutlich. Sie ist ein Gemischtwarenladen. Ein falscher Pflasterstein im Kunstmuseum.
      Soll man sich nun bemühen, die Unterscheidungen deutlich zu treffen? Mir scheint, der Kritikerclub hat da seine Sorgen. Es ist doch bemerkenswert, dass die Aufforderung – gerade mit Blick auf die letzte Ausgabe des Kritikerclubs – im Raum steht, sich möglichst frei zu bewegen, nur um im Anschluss wiederum eine Rüge einzufangen, dieses oder jenes sei keine Kritik!
      Schaffen wir uns also einige griffige und klare Begriffe und tun dann doch etwas anderes. Das wäre dann ganz in meinem Sinn…

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